Alternative Investments sind Geldanlagen jenseits der klassischen Welt aus Aktien, Anleihen und Sparbuch. Sie versprechen zusätzliche Rendite und eine bessere Streuung – bringen aber eigene Regeln und Risiken mit. Wie sie sich in eine Gesamtstrategie einfügen, zeigt der Ratgeber Geld anlegen. Dieser Ratgeber erklärt, was zu den alternativen Anlagen gehört, wie sie als Beimischung wirken und welche Anlagen sich als Tagesgeld-Alternative oder Festgeld-Alternative für mehr Rendite eignen.
Was sind Alternative Investments?
Als Alternative Investments gelten alle Anlageklassen, die nicht zu den traditionellen Investments – also Aktien, Anleihen und Bankeinlagen – zählen. Charakteristisch sind oft eine geringere Korrelation zu den Aktienmärkten, eine niedrigere Liquidität und ein höheres Rendite-Risiko-Profil. Genau diese Eigenschaften machen sie als Ergänzung im Portfolio interessant: Sie können Erträge liefern, wenn klassische Märkte schwächeln, und so die Schwankungen des Gesamtvermögens verringern.
Die wichtigsten Alternative Investments im Überblick
Private Equity
Beim Private Equity investing beteiligen sich Anleger an nicht börsennotierten Unternehmen – etwa in Wachstums- oder Übernahmesituationen. Die Renditechancen sind hoch, das Kapital ist aber meist über Jahre gebunden. Traditionell institutionellen Anlegern vorbehalten, wird Private Equity über Fonds und Plattformen zunehmend auch für Privatanleger zugänglich.
Private Debt
Private Debt bezeichnet Kredite, die nicht von Banken, sondern von privaten Investoren oder Fonds an Unternehmen vergeben werden. Anleger erhalten dafür feste Zinsen. Als planbarer Ertragsbaustein hat sich Private Debt zu einer der am schnellsten wachsenden alternativen Anlageklassen entwickelt.
Hedgefonds
Ein Hedge Fund verfolgt aktive, oft komplexe Strategien, um in steigenden wie fallenden Märkten Rendite zu erzielen – etwa durch Leerverkäufe oder den Einsatz von Hebeln. Hedgefonds sind chancenreich, aber undurchsichtig und mit hohen Kosten sowie Risiken verbunden.
P2P-Kredite und Crowdlending
Über P2P-Plattformen verleihen Anleger Geld direkt an Privatpersonen oder Unternehmen und erhalten dafür Zinsen. P2P-Kredite gehören zu den zugänglichsten alternativen Investments: Der Einstieg ist bereits mit kleinen Beträgen möglich, die Zielrenditen sind oft zweistellig – bei entsprechend höherem Ausfallrisiko, das sich durch breite Streuung über viele Kredite senken lässt.
Startup-Beteiligungen
Wer in Startups investieren möchte, beteiligt sich über Crowdinvesting an jungen Unternehmen. Die Chance auf hohe Wertsteigerungen steht einem hohen Totalverlustrisiko gegenüber – typisch für diese frühe, spekulative Anlageklasse. Sie eignet sich nur als kleine, bewusst gewählte Beimischung.
Immobilien und Immobilien-Crowdinvesting
Immobilien gelten als wertstabiler Sachwert. Über Crowdinvesting können sich Anleger schon mit kleinen Beträgen an konkreten Projekten beteiligen und feste Zinsen vereinnahmen, ohne selbst eine Immobilie kaufen zu müssen.
Rohstoffe, Gold und Sachwerte
Gold, Rohstoffe sowie Sammlerwerte wie Kunst oder Wein zählen ebenfalls zu den alternativen Anlagen. Sie werfen keine laufenden Erträge ab, können aber als Inflationsschutz und zur Streuung dienen.
Tagesgeld- und Festgeld-Alternative: mehr Rendite fürs Ersparte
Viele Sparer suchen eine Tagesgeld-Alternative oder Festgeld-Alternative, weil die klassischen Zinsen die Inflation kaum ausgleichen. Alternative Investments können hier zusätzliche Rendite bieten:
- P2P-Kredite mit kurzer Laufzeit als renditestärkere Ergänzung zum Tagesgeld – bei höherem Risiko.
- Immobilien-Crowdinvesting mit festen Projektzinsen als Alternative zum Festgeld.
- Anleihen-ETFs und Geldmarkt-ETFs als flexibler, marktnaher Zinsbaustein.
Wichtig: Anders als Tages- und Festgeld sind diese Alternativen nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Die höhere Rendite wird mit höherem Risiko erkauft – sie ersetzen den sicheren Notgroschen nicht, sondern ergänzen ihn.
Warum Alternative Investments? Diversifikation und Rendite
Der Hauptgrund für alternative Anlagen ist Diversifikation. Weil sie sich oft anders entwickeln als Aktien und Anleihen, können sie ein Portfolio stabiler machen und zusätzliche Ertragsquellen erschließen. Als Faustregel gilt: Alternative Investments sind eine Beimischung, kein Fundament. Ein durchdachter Anteil von etwa 5 bis 20 Prozent des Vermögens reicht für die meisten Privatanleger aus.
Alternative Investments und klassische Index Funds
Index Funds – also breit gestreute Indexfonds und ETFs – bilden den kostengünstigen Kern vieler Portfolios und decken die klassischen Aktien- und Anleihemärkte ab. Alternative Investments treten nicht in Konkurrenz dazu, sondern ergänzen sie: Der ETF-Kern sorgt für breite, günstige Marktabdeckung, die alternativen Bausteine für zusätzliche Rendite und Streuung abseits der Börse.
Risiken und worauf Sie achten sollten
- Geringere Liquidität: Kapital ist oft für feste Laufzeiten gebunden.
- Höheres Ausfallrisiko: bis hin zum Totalverlust einzelner Investments.
- Weniger Transparenz: Strukturen und Kosten sind komplexer als bei ETFs.
- Kein Einlagenschutz: anders als bei Tages- und Festgeld.
Streuen Sie deshalb breit, investieren Sie nur Geld, dessen Verlust Sie verkraften, und prüfen Sie die Regulierung des Anbieters.
Wie Privatanleger Zugang bekommen
Früher waren viele alternative Anlagen institutionellen Investoren vorbehalten. Heute öffnen digitale Plattformen den Zugang: P2P-Kredite, Crowdinvesting und Startup-Beteiligungen sind oft schon ab kleinen Beträgen möglich, Private Equity und Private Debt über spezialisierte Fonds oder alternative Investmentfonds (AIF). Vergleichen Sie vor dem Einstieg Kosten, Mindestanlage und Regulierung.
Häufige Fragen zu Alternative Investments
Was gehört zu alternativen Investitionen?
Dazu zählen unter anderem Private Equity, Private Debt, Hedgefonds, P2P-Kredite, Immobilien-Crowdinvesting, Startup-Beteiligungen sowie Rohstoffe und Sachwerte wie Gold, Kunst oder Wein.
Was ist die 5-10-40-Regel?
Die 5-10-40-Regel ist eine Streuungsvorschrift für bestimmte Investmentfonds: Einzelne Wertpapiere eines Emittenten dürfen höchstens 5 Prozent ausmachen (in Ausnahmen bis 10 Prozent), und Positionen über 5 Prozent dürfen zusammen nicht mehr als 40 Prozent des Fondsvermögens ergeben. Sie soll Klumpenrisiken begrenzen.
Sind alternative Investments für Privatanleger geeignet?
Als kleine, breit gestreute Beimischung ja – sofern Sie die höheren Risiken und die geringere Liquidität verstehen und Ihren Notgroschen sowie den ETF-Kern zuvor abgesichert haben.
Weiterführende Artikel
- Geld anlegen: Strategien und der große Geldanlage-Vergleich
- P2P-Kredite: Grundlagen, Rendite und Risiken
- Crowdlending & Crowdinvesting: Mit der Crowd investieren
- Zinsen und Rendite: Geld mit Zinsen anlegen
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.